Zuckerbrot und Peitsche – Was beflügelt die individuelle Bereitschaft zum Klimaschutz?

4GAMECHANGERS Studio Talk | 30.11.2022

SHARE:

Die Fakten liegen auf dem Tisch, doch entschlossenes Handeln bleibt zu oft aus: Die Klimakrise, das wird immer deutlicher, ist auch ein Motivationsproblem. Wird die Menschheit so lange ein Motivationsproblem haben, bis sie ein Zeitproblem bekommt? Oder gelingt es dieses sozialökologische Dilemma zu überwinden?

In der Psychologie ist seit jeher bekannt: Belohnung und Bestrafung sind wirksame Methoden, um das individuelle Verhalten zu steuern. Strategien wie Nudging („Anstupser“) können uns in einer bestimmten Entscheidungssituation in Richtung klimagerechtere Verhaltensoptionen lenken. Wissenschaftliche Erkenntnisse wie diese wollen sich nun politische Entscheidungsträger zu Nutze machen, um klimaschützendes Agieren voranzutreiben. So sollen etwa CO2-Preise umweltschädliches Verhalten finanziell teurer und somit weniger attraktiv machen. Des Weiteren ist beispielsweise in Bologna, Wien und Bayern die Rede von Bonussystemen, die BürgerInnen für umweltfreundliches Verhalten belohnen sollen. Wer den Müll richtig trennt, mit dem Zug oder Bus reist, erhält Punkte auf sein Konto gutgeschrieben. Mit den gesammelten Punkten kann man unter anderem Veranstaltungen besuchen oder einen Gastrobesuch bezahlen.

Es klingt wie ein Spiel, hat aber reale Konsequenzen. So heißt es etwa auf der Website Digitales Wien: „Mittels Motion-Tracking misst die App aktiv zurückgelegte Wege und erkennt automatisch, ob man zu Fuß geht, mit dem Rad fährt oder öffentliche Verkehrsmittel nutzt.“ Kritiker sehen in diesen derzeit populären Initiativen Gefahren: Datenschutzverstöße, soziale Manipulation bis hin zu Vergleichen mit dem chinesischen Sozialkreditsystem. Beim Change Summit 2022 diskutieren führende Experten und Branchenkenner den Nutzen bzw. die Risiken, die gesellschaftliche Belohnungs- und Bestrafungssysteme bergen können. Verhelfen diese den Planeten zu retten? Wenn ja, wie müssen sie aufgesetzt werden? Welche Fehler dürfen auf keinen Fall passieren? Oder sollte man die Belohnung von „Gutmenschen“ und die Bestrafung von Umweltsündern von vornherein unterlassen, um eine „Orwellsches Zukunft“ mit aller Kraft zu vermeiden?

Zusammen mit führenden österreichischen Medien geht der Change Summit der Frage nach, wie die Rettung von Mutter Erde gelingen kann und ob Initiativen wie CO2-Steuern und Öko-Belohnungssysteme Top oder Flop sind.

Speaker

  • Johannes Daniel Dahm, Aktivist, Unternehmer & Wissenschaftler
  • Gerhard Fehr, CEO und Gründungspartner FehrAdvice & Partners
  • Ambros Gasser, Geschäftsführer ASI Reisen
  • Patricio Hetfleisch, Marketing- und Kommunikationsmanager Tirol Werbung
  • Katharina Pirktl, Geschäftsleiterin für Mitarbeiterentwicklung & Qualitätsmanagement Alpenresort Schwarz
  • Host: Sabine Loho - PULS 24